WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN.

Wir haben in den letzten Jahren immens viel an Wissen angesammelt. Wir teilen dieses einerseits am Mountainbike Kongress in Saalbach und versuchen nun andererseits, so es die Zeit erlaubt, auch hier zu teilen.

Haftung & Versicherung von Mountainbike-Routen (keine Sportstätten)

Hafte ich als benachbarter Grundeigentümer für Äste und Bäume, welche auf eine nach dem MTB-Modell 2.0 eingetragenen und versicherten legalen Mountainbike-Route fallen?

In diesem Fall (Weg im Wald wobei Wegehalter und Waldeigentümer unterschiedliche Personen sind) haftet der Waldeigentümer tatsächlich für seine Bäume (§ 176 Abs 4 ForstG).

Dies ist aber deutlich einschränkend zu verstehen:

  • er haftet nur für grobe Fahrlässigkeit
  • er haftet nur für erkennbare Gefahren und zumutbare Kontrollen (was in diesem Fall ganz wenig ist, da er ja nicht Wegehalter ist)
  • er kann mit dem Wegehalter absprechen, dass dieser im Wege seiner eigenen Wegekontrolle die Bäume ansieht und mögliche Gefahren meldet.

Diese Verantwortung trägt der Wegehalter ohnedies immer. Man kann diese Art von Risiko in die Versicherung miteinbeziehen.

Haftpflichtversicherung Mountainbike Modell 2.0 Salzburg:

Die über die Salzburger Land Tourismus (SLT) abgeschlossene Haftpflichtversicherung für Wegehalter gibt dann Versicherungsschutz, wenn einem Wegehalter eine Haftung für Sach-, Personen- und abgeleitete Vermögensschäden trifft.

Die angeführte Frage mit dem Baum oder Ast ist im Einzelfall zu beurteilen:

  • Ist der Baum oder Ast durch einen Sturm umgefallen oder auf einen Radfahrer gefallen, so liegt höhere Gewalt vor und der Wegehalter kann für höhere Gewalt ( vis maior ) zu keiner Haftung herangezogen werden.
  • In diesem Fall hat der Wegehalter aber auch den Versicherungsschutz der Abwehr ungerechtfertigter Schadenersatzansprüche.
  • Stellt sich im Schadenersatzprozess heraus, dass den Wegehalter doch eine Haftung trifft, übernimmt der Haftpflichtversicherer die Befriedigung gerechtfertigter Schadenersatzansprüche und aller angefallenen Gerichts- und Anwaltskosten.
  • Fällt der Baum – ohne Sturmeinwirkung – auf die MTB Strecke, vielleicht weil er morsch war, so hat der Wegehalter voraussichtlich keine Haftung. Außer er wusste von dem morschen Baum und hat nichts gegen die Gefahrenquelle unternommen, wie z. B.: den Nachbarn auf den morschen Baum aufmerksam zu machen.
  • Sobald der Wegehalter seinen Nachbarn auf den morschen Baum aufmerksam macht, geht die Haftung auf den Nachbarn über.
  • Wird der Wegehalter trotzdem in Anspruch genommen, hat er Versicherungsschutz in der Form, dass ungerechtfertigte Schadenersatzansprüche – auch gerichtlich – abgewehrt werden und gerechtfertigte Ansprüche befriedigt werden.
  • Die Haftpflichtversicherung für Wegehalter gibt dann Versicherungsschutz, sobald an den Wegehalter Schadenersatzansprüche – zu Recht oder zu Unrecht – gestellt werden.

Diese Haftpflichtversicherung steigt nur bei vorsätzlicher Schadenszufügung aus!

Bsp: Landwirt schießt auf Mountainbiker, weil er ihn vertreiben will.

Experten: Dr. Armin Kaltenegger (Rechtsmeinung), Dr. Ernst Kronlachner (Versicherung)

Frage 2
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Die Stellungnahme der Experten ist eine Fachmeinung. Diese kann gegebenenfalls  abweichen, da die Ausgangsituation eine andere ist, bzw. die Rechtslage anders ist und die Versicherungsleistung in deinem Vertrag anders definiert wurde.