Vergessene Trails im Glemmtal

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Wieder einmal ist es soweit. Der Sommer bis jetzt feucht, nass, extrem nass. Diesmal hat der Wetterbericht nur „semi-feucht“ angesagt. Das horcht sich ja schon mal gut an, verglichen mit den letzten Wochen. Somit beladen wir den Landy und machen uns auf den Weg auf unser Basecamp Muhbarack in 1450m Seehöhe.

Diesmal fahren wir über Zell am See nach Saalbach und der Wettergott scheint es gut mit uns zu meinen. Warm, trocken und ja, ja, ein paar deftige Gewitterwolken stehen am Himmel. Schnell noch die Jokercard abgeholt, ein paar Vorräte gebunkert und schon geht´s aufwärts mit Untersetzung im Schneckentempo. Wie immer kommt jetzt die Riesenfreude auf. Egal wie das Wetter sein wird, da oben ist es immer super. Roli ist kurz vor uns eingetroffen und bereits am Entladen, Marvin kümmert sich schon um das Feuer. Es wird wieder saugemütlich. Der Himmel wird immer dunkler und mit der Jause auf der Terrasse wird´s wohl nichts. Schon macht´s den ersten Rumpler und der Himmel kippt über. Jetzt schüttet es wirklich.

Egal. Alles drinnen, Ofen warm und Essen am Tisch. Oje, Feuerwasser haben wir vergessen. Aber die Spielkarten sind dabei. Aber vorher, wichtig mal die Karte checken, Höhenlinien prüfen, Machbarkeiten diskutieren und Entfernungen abschätzen. Morgen wollen wir Sie scouten, die vergessenen Trails im Glemmtal. Nicht zu vergessen, die Trails sind pitschnass. D.h. unser Wurzeltrail wird sicherlich etwas schwieriger zu fahren sein, zumal wir heuer wenig gefahren sind.

Aktuell verheist der Wetterbericht nicht´s gutes für morgen und wir planen noch ein Ersatzprogramm. Da jedoch auch zum gleichen Zeitpunkt die Worldgames of Mountainbike sind, ist es etwas schwierig mit der Ersatzplanung. Aber wir werden sehen. Morgen.

Der Ofen glüht. Warm ist´s in der Stube. Fein. Jetzt wird mal gekartelt.

Auf der Jagd nach den vergessenen Trails im Glemmtal

Nicht zu glauben. Strahlend blauer Himmel. Super! Na dann mal rein mit dem Müsli und ordentlich Mokka dazu, denn heute haben wir ein Programm das es in sich hat. Wird auf alle Fälle eine Ganztagestour oder vielleicht auch mehr? Den Rucksack ordentlich gefüllt mir mehreren Wechselgarnituren und Regenjacken, Wasser und Jause und ach du Sche… wo ist der Fotoapperat? Zuhause.

Na dann auf zur Mittelstation und rauf mit der ersten Gondel zum Kohlmaisspitz. Der Wurzeltrail Richtung Leogang hat´s in sich. Gleich nach dem Frühstück ohne warm gefahren zu sein rutschen wir auf den Wurzeln hin und her. Echt schwierig heute. Aber es muß gehen. Wir fahren einfach zu langsam. Somit Tempo steigern. Und, siehe da – es geht schon um einiges besser. Wutsch, Hinterrad überholt Vorderrad. Glück gehabt. Jetzt bin ich richtig munter, aber wieder zu langsam.

So kämpfen wir uns weiter in Richtung Asitz und biegen in den Trail ein welchen wir letztes Jahr entdeckt haben. Hier ist es deutlich trockener und wir spüren mal den Flow. Wow. Das macht Spass! Weit und breit keine Menschenseele zu sehen, dafür Schwammerl ohne Ende. Herrenpilze, Fliegenpilze, Steinpilze, Eierschwammerl. Ein paar wenige packen wir ein um das Abendessen noch etwas zu pimpen.

Und weiter geht´s im Flowtraumparadies bis wir zur ersten Alm kommen und unsere Wasservorräte wieder auffüllen. Jetzt kommt neues Terrain. Erstmal geht´s bergauf. Zur Sicherheit schieben wir, um uns nicht zu sehr zu verausgaben schließlich kennen wir den Weg nur von der Karte. Theoretisch folgen wir immer der Höhenlinie, aber praktisch aus Erfahrung kann das schon sehr happig werden. Nach einer kurzen Schiebepassage geht´s schon wieder weiter im Flow. Vorsichtig aber beflügelt folgen wir dem Weg der sich zwischen alten Lärchen langsam den Hang entlang schlängelt. Dazwischen immer wieder mal eine kurze Schiebepassage welche von unseren Bergziegen auch befahren werden könnte.

Nach ca. 30 Minuten queren wir eine Forststrasse und schieben mal den ersten Riegel rein. Das Wetter immer noch hervorragend. Jedoch Fotoapperat und Sonnencreme sind zuhause geblieben. Aber wozu gibt´s den Smartphones. Jetzt wird´s etwas steiler den Hang hinauf und nach weiteren 20 Minuten kommen wir aus dem Wald – und wow – was für eine Aussicht. Der Weg schlängelt sich an der Flanke des Berges entlang und die Schwammerl wurden abgelöst durch Heidelbeeren und Preiselbeeren. Aber wir haben keine Zeit. Die Zeichen am Himmel sind deutlich und mittlerweile haben wir max. 25% der gesamten Strecke geschafft.

Jetzt hat er uns wieder. Der Flow. Kurze Zeit zumindest. Denn es geht noch weiter rauf. Und dann, nach ca. 3 Stunden das erste menschliche Wesen. Ein einheimischer beim Preiselbeerpflücken. Wir halten an auf einen kurzen Ratscher und er meint freundlich, „do geht´s ned weida, do gibt´s kan Weg“.  Na ja, irgendwie hat er schon recht. Aber der „Nicht-Weg“ ist ja genau das was wir gesucht haben. Die Herausforderung. Die Natur und die Einsamkeit.

Somit treten wir weiter leicht bergauf in einer wunderschönen Naturlandschaft. Der Weg schlängelt sich knapp an der Baumgrenze den Berg entlang. Immer wieder Tümpel und auch jetzt wieder, Schwammerl ohne Ende. Nach einer kurzen Rast bei einer Unterstandshütte mit Blick in das Nachbartal geht die Fahrt leicht bergab weiter. Der Flow währt nur kurz. Marvin hat den Joker gezogen. Vorderreifen platt.

Nach etwa 30 Minuten kommen wir an die geplante Wegkreuzung. Jetzt wird entschieden. Den Weg runter bis zur Gabelung und die Höhenlinie zurück oder 10 Minuten rauftragen. Die Mehrheit ist für runter. Wir düsen, gepolstert auf Fichtennadeln einen Trail leicht nach unten mit sanften Kurven. Ein Traum. Hier ist es auch schon ziemlich trocken bzw. sind wir schnell genug um die Wurzeln nicht zu spüren. Das Vergnügen weilt nur kurz und jetzt geht´s die Höhenlinie retour.

Auweh. Da wird´s jetzt richtig feucht. Der erste Teil im Wald geht noch so halbwegs. Aber auch hier sind schon ziemlich heftige Wasserlöcher. Sobald wir jedoch aus dem Wald kommen ist Sumpfgebiet angesagt. Fahren ade. Schieben und gehen schwierigst. Wasser von unten. Und das nicht zu knapp. Geschafft. Trotz trockenem Wetter nasse Füsse.

Na ja, das gehört dazu. Wir lassen uns die gute Laune nicht verderben und kämpfen uns beinahe 30 Minuten durch den Sumpf um dann den Weg zu erreichen der sich von oben herab schlängelt. Der kommt das nächste Mal dran!

Eine kleine Verschnaufpause. Essen einwerfen, trinken und wieder mal Menschen. Zwei Wanderer. Der Himmel ist wieder um ein Eck düsterer geworden und nach Karte kommt jetzt der Teil wo´s quasi in Falllinie nach unten geht. Das wird spannend. Hoffentlich zu fahren und nicht zum tragen.

Los gehts. Im angenehmen Gefälle werden die Kurven langsam zu Spitzkehren. Alles noch hervorragend zu fahren, und es stellt sich wieder, wie bereits des öfteren heute der Flow ein. Vorsicht Falle. Ein Schlammloch. Da gibt´s kein durchkommen. Drüber heben und weiter geht´s. Das Gefälle wird immer steiler, die Spitzkehren immer spitzer und na ja, seitlich geht´s auch steil runter. Aber ein Traum. Wenn´s hier etwas trockener wäre könnte man alles fahren. So gibt´s doch 3-4 Kehren wo wir der Sicherheit den Vortritt geben.

Eine Wahnsinns-Supertrail war das jetzt. Im Bach unten noch schnell die Reifen gesäubert und runter die letzten Höhenmeter den Güterweg ins Tal. Keine Unfälle, bis auf ein paar kleine Ausrutscher, kein Regen, aber ein tolles Erlebnis bis jetzt.

Wir radeln nun das Tal entlang in Richtung Leogang um mit der Seilbahn den Asitz zu erklimmen. Oben wartet schon der Marillenstrudel auf uns und der Himmel hat einen Großteil der Wolken auch wieder verschoben. Nach kurzer Rast fahren wir weiter den traditionellen Weg der 5-Gondel Tour in Richtung Kohlmais zu unserem Basecamp Muhbarack.

Heute bin ich definitiv müde.

Die Klassiker über´s Spielberghaus

Auch heute lacht wieder die Sonne vom Himmel. Mit viel Ehrgeiz packen wir den Tag an. Zuerst mal zum Walter auf´s Spielberghaus. Auch hier nach dem Motto „viele Wege führen zum Ziel“. Den ersten Trail fahre ich wie ein Anfänger. HackiZacki das gibt´s doch nicht. Beim Walter mal einen Kaffee eingeworfen und der Biene mal unser gestriges Abenteuer geschildert. Aber leider, die Zeit drängt. Runter ins Tal. Der neue Hacklberg muß getestet werden. Jetzt hat´s den Roli erwischt. Im Höllentrail zweimal vor mir den Boden geküsst. Na das kann ja lustig werden heute.

Die Wege spürbar besser als gestern. Ziemlich griffig.

Rauf mit der Gondel auf den Schattberg. Der Roli hat seine Flasche angebaut. Also noch schnell eine neue besorgt und dann kommt er auch schon nach. Wider erwarten ist es am Gipfel warm und wir starten gleich mal los. Landschaftlich ist der Hacklbergtrail ein Traum. Aber für uns leider nicht mehr authentisch. Eher was für die schnellere Generation. Ähnlich wie bei den Skipisten. Alles präpariert und super hergerichtet. Der neue Teil ist sehr schön in den Wald gelegt und wenn wer auf diese Art zu fahren steht, wird er diesen Trail lieben.

Auf alle Fälle fordert der Trail. Kondition und Material. Wenn Du den von oben bis nach Hinterglemm sicher durchknallst, bist super trainiert und kannst fahren. 10km Anlieger an Anlieger. Deftig. Geil.

 

Fazit:

Tag 1 war genau das richtige für uns. Zu vergleichen mit Sölden. Tag 2 war ganz nett, aber wir sind hier definitiv die falsche Zielgruppe. Obwohl den Hacklberg bei Regen und Sturm, das wär dann schon wieder spannend.

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