3 Tage Trailhunting in Saalbach

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Wetterbericht: Stabile Wetterlage mit Sonnenschein und teilweise starkem Südfön.

Na, dann nichts wie rauf auf den Kohlmais in unser Basecamp Muhbarack. Noch alles erledigen, das mobile Büro mit eingepackt, schnell noch zum Lieblingsgrillmetzger und auweh, der hat zu bis 15:30. Egal, wir fahren mal. Morgen kommt ja Roli mit dem zweiten Verpflegungsfahrzeug der bringt uns dann all die guten Sachen mit für einen lauschigen Grillabend auf der Hütte.

Nachdem wir schon so oft in Saalbach waren, wollten wir uns dieses Mal auf jene Wege konzentrieren, welche wir noch nie bzw. kaum gefahren sind. Trailhunting Saalbach pur. Somit, wichtig. Raufkurbeln und nicht nur Liftfahren.

Der Spitzkehrenwahnsinn am Tag 1:

Der heutige Tag wird spannend. Das Ziel liegt genau gegenüber der Hütte am anderen Berg. Seit Jahren schon vor unserer Nase reiht sich eine steile Spitzkehre an die andere im absolut steilem Gelände. Was soll´s, probieren geht über studieren.

Aber vorerst mal alles eingepackt, ein kurzer Check des Geräts und los geht´s mal rauf auf den Kohlmaisspitz und zum Warmfahren gleich mal den Wurzeltrail in Richtung Leogang. Das Frühstück wie immer gleich mal wieder in der Nähe des Eingangs, aber heute alles super zum Fahren. Knochentrocken. Eine Freude.

Im Wald ein kleines Spitzkehrentraining und los geht´s in Richtung unseres Tageszieles. Erst müssen wir mal kräftig nach oben treten. Wir sind nicht die einzigen, wobei die anderen eine Gruppe aus Czechien ein völlig anderes Ziel anvisieren und brav auf der Forststrasse Ihres Weges ziehen.

Endlich oben angekommen. War doch ziemlich knackig zumal die Sonne ordentlich eingeheizt hat stehen wir am Ausgangspunkt des geplanten Trails. Der erste Teil ist noch ein toller Flow durch die Heidelbeerstauden, teilweise mit kurzen aber heftigen Anstiegen und die Sumpflöcher queren wir über lange Balken. Somit ist das Thema Gleichgewicht schon mal klargestellt.

Uuups. Da geht´s bergab. Jetzt liegt der Hauptteil des Weges vor uns. Dolomitengestärkt fahre ich mal los, was kann den viel passieren. Alles Heidelbeersträucher rundherum, da fliegst eh weich. Direkt in der Falllinie schmiegt sich eine Kehre an die andere. Flow kommt da keiner auf, aber technisch eine absolute Herausforderung. Manchmal steige ich dann doch ab, zumal die Technik dann doch noch zu wünschen überläßt.

Nun wird der Weg wieder etwas einfacher, ich bekomme schon Flowgefühle, werde jedoch nach der nächsten Kuppe gleich mal in meiner Euphorie gedämpft. Es geht knackig weiter, Stufen, Geröll, steile enge Kehren aber doch vieles fahrbar, aber auch nur weil alles so schön trocken ist.

Die Höhenmeter werden schnell vernichtet, da es mehr oder weniger in der Falllinie nach unten geht. Und da ist auch schon die Forststrasse welche wir queren um den Weg weiter nach unten zu nehmen. Jetzt ist es kaum noch fahrbar und somit entscheide ich mich die wenigen Meter zu tragen. Der Weg ist oft weggebrochen und durch die Kuhtritte teilweise schwer sichtbar bzw. fahrbar.

Von der Forststrasse biegen wir in den letzten Teil des Trails und dann geht´s wieder ab in Richtung Saalbach um die Gondel auf den Kohlmais noch zu erreichen.

Vom Spitz düsen wir zu unserem Basecamp, geniessen die Sonnenstrahlen und den verdienten Radler auf unserer Terasse und werfen mal den Griller an, zumal unser Versorgungsfahrzeug mit den Ingredienzien für einen lauschigen Grillabend auch bereits eingetroffen ist.

Mit Bier, Wein, Espresso und Averna lassen wir es uns an nichts fehlen und geniessen den Sternenhimmel über Saalbach, zählen die Sternschnuppen und Satelliten und planen die Trails für die nächsten Einsätze.

Resümee Tag 1:

  • Technisch der schwierigste Trail in Saalbach
  • Wer enge steile und stufige Spitzkehren liebt, wird auch diesen Trail lieben
  • Endlich wieder was zum Lernen

 Superflow Endlos am Tag 2:

Aufgrund der Worldgames of Mountainbiking veränderten wir kurzfristig unsere Planung um eventuellen Staus bei den Seilbahnen zu umgehen. Nach einem herzhaften Frühstück mit Holzhacken im Vorfeld schwingen wir uns auf´s Bike und gondeln wieder mal dem Kohlmaisspitz entgegen.

Zum Aufwärmen wieder mal den Wurzelweg, diesmal fahren wir diesen durch in Richtung Leogang. Heute geht er schon viel besser als gestern und bis auf 2-3 Stellen wo wir abgeworfen werden bzw. hängen bleiben flutscht er heute super. Viel Gegenverkehr bereits am Morgen aus Leogang.

Bei der Schönleiten checken wir mal die Lage und wir ändern wieder mal unseren Plan und kurbeln auf den Asitzkopf hinauf. Steil. Steil. Steil. Von dort geht´s die Mountainbikeroute weiter in Richtung Viehhofen. Das kann´s doch nicht sein? Alles hier breite Forststrasse zum bergab fahren, nein. Wollen wir definitiv nicht.

Bereits oben am Asitz ist mir ein alter Weg aufgefallen. Der muß auch irgendwo weitergehen. Und, da ist er schon. Kaum zu sehen, aller Wahrscheinlichkeit auch kaum begangen liegt der Weg im Wald. Der Einstieg ist sportlich und bis auf ein paar umgestürzte Bäume im Wald scheint es sich hier um einen Volltreffer zu handeln.

Handtuchbreit windet sich der Weg mit sanften Kurven durch den Wald. Weicher Waldboden und dann eine wunderschöne Alm mit Heidelbeerfeldern soweit das Auge reicht. Wahnsinn. Keine grauslichen gelben Blechschilder nur alte verwilderte Holzschilder weisen uns den Weg in Richtung Viehofen. Die Sträucher voller Heidelbeeren und im Wald Steinpilze, Fliegenpilze und Eierschwammerl.

Wir kommen kaum zum Fotografieren, da uns der Flow gefangen hält. Die Höhenmeter schmilzen unter unseren Stollen und irgendwann geht´s auch so richtig bergab, aber alles auf weichem Nadelpolster. Jetzt haben wir wieder einen neuen Lieblingsweg entdeckt für unser Saalbach Bike Portfolio. Ein MustBe für jeden Aufenthalt.

200-300 hm über dem Tal erreichen wir die erste Strasse und biegen in Richtung Saalbach ab. Jetzt müssen wir wieder einige Meter bergauf kurbeln und wir bekommen auch wieder Menschen zu sehen. Weiter geht´s bergab die Forststrasse immer wieder mit kleinen Trails durch den Wald wo wir auch unsere Rucksäcke mit Steinpilzen für das abendliche Mahl befüllen.

Im Tal angekommen geht´s den Radweg wieder retour nach Saalbach wo wir rechtzeitig bei der Seilbahn eintrudeln die uns schnell und sicher wieder auf den Gipfel unseres Hausberges bringt. Roli und ich wollen noch mehr und so düsen wir noch zum Spielberghaus auf Kaffee und Kuchen und leiben uns noch den Höllentrail und den Pascher ein.

Als wir schließlich wieder im Basecamp eintrudeln, knackt bereits das Holz im Ofen und ein Berg Schwammerl wartet darauf verspeist zu werden. Solche Tag könnte man ruhig öfters haben.

Resümee Tag 2:

  • Der flowigste Naturtrail den ich in Saalbach je gefahren bin
  • Ein MustBe für künftige Besuche
  • Auch bei Regenwetter sicherlich interessant zu fahren

Flow or No. Der Trail nach Jausern am Tag 3:

Wie üblich gondeln wir auf den Kohlmaisspitz um den Wurzeltrail in Richtung Saalbach zu reiten. Heute hat der Gegenverkehr merklich abgenommen. Was wohl nicht am Wetter liegt, denn auch heute scheint die Sonne in aller Kraft vom Himmel.

Angekommen bei der Schönleitenalm liegt schon der erste Trail vor uns. Von der Einfahrt läßt er unsere Bikerherzen schon höher schlagen, bekommen wir auch heute wieder etwas serviert wie gestern? Zuerst geht´s mal bergauf im Wald, aber alles wunderbar zu fahren und dann schlängelt sich der Trail zu einer der im Raum Asitz befindlichen Talstation eines Liftes hinunter.

Hier wimmelt es geradezu von Wegen. Aber gestern Abend haben wir unsere Hausaufgaben gemacht, somit war der richtige Weg gleich mal gefunden. Obwohl runderherum alles staubtrocken, hier geht´s zu Beginn mal frei nach meinem Motto „Der Bach ist der Weg“ in Richtung Jausern. Nun, das Bike gestern so richtig zu waschen und zu ölen war wohl etwas vorschnell. Am Anfang ist der Weg etwas fad, entspricht einem alten Almforstweg der ziemlich breit nach unten zieht. Aber bereits nach wenigen Kurven wird´s wieder richtig flowig. Zwischen Bäumen und Schwammerl lassen wir´s mal so richtig krachen. Aber die Freude währt nur kurz, denn dann erreichen wir bereits die Forststrasse welche hier sehr hoch den Berg herauf kommt.

Ein kurzer Check mit der Karte und 2 Kurven später geht´s schon wieder rein in einen Singletrail der kaum erkennbar dicht verwachsen mit Brombeerstauden ist. So queren wir die Strasse noch 2-3 mal um letztlich auf die Höhenstrasse nach Saalbach zu gelangen auf der wir gemütlich von Jausern nach Saalbach vorbei an wunderschönen alten Bauernhöfen fahren.

Von gestern waren wir zu sehr verwöhnt und so beschließen wir nochmals eine Tour zu starten vom Kohlmais in Richtung Leogang, diesmal jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Den ersten Teil des Trails kennen wir schon allzu gut, ist einer unserer Lieblinge. Immer wieder eine Herausforderung an Technik und Kondition. Nach dem ersten Drittel zweigen wir üblicherweise nach links ab zur Wirtsalm, heute jedoch gehts geradeaus weiter und bald stehen uns 2 Tragepassagen bevor.

Somit Bike auf die Schultern und los geht´s. Belohnt werden wir mit einem phänomenalen Ausblick und 2 Äpfel von Roli. Roli ist das Ganze schon mal zu Fuss gegangen und er meinte, „kann man alles fahren“.

Da hatte er mal grundsätzlich Recht, aber ein Flow war´s nicht gerade. Auch hier der Anfang schön durch den Wald, aber schon bald wird´s ruppig und steil. Somit ist Konzentration angesagt. Die Kehren liegen eng im Hang und der Weg teilweise ziemlich ausgewaschen. Aber, genauso wie wir´s gerne haben. Nichts zum Runterpreschen auf einer planierten Piste, sondern Linie suchen und Spitzkehren fahren.

Leider ist das Vergnügen bald vorbei und wir landen wieder auf der Forststrasse welche uns an der Wirtsalm vorbei zum Spielberghaus bringt wo wir einkehren auf ein Heidelbeeromlett, einen kurzen Ratscher mit Bine und Walter um anschliessend den Tag mit unserer klassischen Route zur Muhbarack zu beenden.

 Resümee Tag 3:

  • Der Trail nach Jausern ist ideal für Paare mit unterschiedlichen Bike Know-How zum Einfahren
  • Eine knifflige Stelle im Steilbereich neben dem Bach (hat auch bei uns ein Opfer gefordert)
  • Schafft es nicht ins „Best Trails 2013“
  • Aber, eine netter 4 Stundenritt wenn man den Ganzen Rundkurs fährt
  • Mit der 8-er Schleife wie´s wir gemacht haben bist auch noch müde am Abend 😉
Hätte mir nicht gedacht, daß uns Saalbach noch etwas zu bieten hat. Super Wochenende. Und wir haben noch 5 Trails zum „Hunten“.

Rider:

  • Birgit
  • Roli
  • Marvin
  • Hari

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