Technik pur am Kreuzsteintrail

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Wetterbericht. Ab Mittag heftige Gewitter mit Starkregen, lokal Hagel möglich und teilweise auch Sonnenschein.
Diese Art von Wetterbericht hatten wir in den letzten Wochen öfters mal, sehr aussagekräftig!

Holzingerbauer Scharfling

Nachdem es gestern nicht geklappt hat, heute lassen wir uns nicht abschrecken deshalb starten wir unseren Landy und ab geht´s in Richtung Holzingerbauer, welcher in Scharfling am Mondsee gelegen unsere Startposition ist. Mittlerweile behauptet sich die Sonne immer noch am Himmel und es dampft so richtig im Wald. Ausladen, mal kurz checken ob alles in Ordnung und los geht´s auf der Forststrasse rauf in Richtung Eisenau. Tja, wäre besser gewesen beim Kreuzstein zu parken, dann hätten wir die Aufwärmphase im Flachen gehabt und würden uns jetzt nicht im steilen Gelände abmühen.

Der Bekanntheitsgrad dieser Route ist, wie wir bemerken definitiv gestiegen. Immer wieder werden wir überholt von Minimalisten. „Die fahren alle ohne Rucksack?“ fragt Biggie. Na ja, wie sagt man so schön, „Jeda Patschn is a Foarföhla“ …

Langsam strampeln wir nach oben, genießen die Natur und die grandiosen Aussichtspunkte, wissend ob dessen, was uns nach unten noch erwartet. Die letzten beiden Anstiege haben´s in sich. Jedes Mal wieder der Test, wie weit schaffe ich es rauf zu kommen. Heute läuft´s super, die Linie gut erwischt, der Untergrund etwas feucht und supergriffig, Kondition besser als beim letzten Mal und dann – Gegenverkehr. Na gut, runter fahren und nochmals probieren mag ich jetzt auch nicht, deshalb das Rad auf die Schultern und die letzten paar Höhenmeter nach oben getragen.

Ein Gentleman hält uns den Gatter auf und wir erreichen die Eisenaualm und freuen uns schon auf eine gute Jause und das wohlverdiente Bier auf der Buchberghütte. Die haben auch ordentlich ausgebaut, aber es ist immer noch nett hier. So sitzen wir bei „schlechtem“ Wetter in der strahlenden Sonne.

Biggie fragt: „Wie ist der Trail, ist der schwierig?“ Ich unschuldig, ist schließlich schon ein paar Jährchen her, als ich den zuletzt gefahren bin, „Nichts Tragisches, im Mittelteil vielleicht etwas technisch aber das hast jetzt alles drauf nach dem Vintschgau. Zwei Leitern sind noch und vielleicht etwas ausgewaschen nach den Unwettern aber ansonsten schön flowig„.

Somit, mal die Schoner angelegt. Die anderen Biker schauen uns an als wären wir Außerirdische. Denken sicherlich was sind das für Weicheier, legen Schoner an für die Forststraße. Aber es gibt auch andere Wege nach unten. Zum Glück.

Flow, Flow, Flow …

Schon nach wenigen Metern biegt der Trail rechts weg und der erste Teil ist ein Megaflow. Handtuchbreit schmiegt er sich an den Hang und wir düsen mit einem Grinsen im Gesicht nach unten. Das Grinsen währt nur kurz. Wir queren eine neue Forststraße und schon geht´s weiter. Der Flow bekommt jetzt ruppige und verblockte Elemente teilweise wurzelig aber immer noch schön fahrbar. Das Tempo rausnehmen, denn das Wasser hat hier ordentlich gewütet.

Jetzt wird´s immer technischer. Der alte Weg ist mehr und mehr ein Schlammbad mit Felsen und Ästen und der neue schmiegt sich Oberbei in einer engen Linie wurzelig zu Tal. Konzentriert sucht sich jeder seine Linie, unterbrochen wieder mit kurzen flowigen Passagen, wo das Tempo wieder schneller wird und man mit dem Gelände spielen kann. Und dann ist die erste Leiter da. Steil nach unten in Lenkerbreite klettern wir mit den Bikes runter und auf der anderen Seite auch gleich wieder nach oben.

Anno dazumal war der Kreuzsteintrail der Hauptweg auf die Eisenau mit wunderschönen alten Holzbrücken, welche jedoch schon vor Jahren eingestürzt sind.

Vom Anspruch geht´s technisch weiter, alles fahrbar aber doch das eine oder andere Gustostückerl was nicht gleich auf Anhieb klappt. Vorbei an einer wunderschön gelegenen Jagdhütte mit Aussicht über den Mondsee fahren wir in Richtung Tal und werden überrascht vom letzten Drittel des Weges. Der ist nicht mehr da.

Steilhangkehren – verblockt …

Alles neu. Der neue Weg zieht sich steil nach unten mit einer Menge an Kehren. Teilweise verblockt. Jede Kehre eng. Ein perfektes Trainingsgelände zum Kehren fahren. Na ja, für Geübte. Heute gehen nur wenige und so muss ich doch des öfteren absteigen. Unten im Hang wird´s besser. Der Flow kehrt zurück und wir cruisen die letzten Meter zum Kreuzstein. Dem Ziel unseres kleinen Ausfluges.

Runter zum See. Raus aus den Klamotten und platsch. Bikes und Besitzer erfreuen sich einer Gesamtwäsche und dann geht´s auch schon retour zum Ausgangspunkt.

Knackig, knackig, knackig würde ich den Trail beschreiben. Liegt auf meiner persönlichen Werteskala unter den Top Technik Trails.

Zu beachten am Kreuzsteintrail:

  • Wanderweg – somit vorausschauend und rücksichtsvoll fahren!
  • Bei nassem Wetter schwierig zum Fahren
  • Teilweise verblockt, steil mit engen Kehren
  • Nichts für Anfänger! Nichts für Downhiller!
  • Perfekt für Singletrailenthusiasten auf hohem Niveau.
  • Badehose nicht vergessen
  • Kartenmaterial

Fotogalerie Kreuzsteintrail

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