Dolomiti Freeride Transalp in 5 Tagen Lavarella-Arabba

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Tag 2 Lavarella-Hütte – Arabba

Früh morgens kriechen wir aus unseren Stockbetten und werfen mal einen hoffnungsvollen Blick aus dem Fenster. Noch hängen die Wolken bis kurz vor die Hütte, der frische Schnee lacht von den Bergen und leichter Regen fällt vom Himmel. Na ja, immerhin besser als gestern, steigen wir frohgemut runter, um mal ordentlich zu frühstücken. Beim Blick vom Frühstücksfenster sehen wir schon 2 Murmeltiere die sich am Dach der Hütte gegenüber verlustrieren. Hat sicherlich der Tourismusverband ausgeheckt.

Nachdem der heutige Tag nur 600 hm von uns verlangt, sind wir nicht so sehr in Eile und genießen das Frühstück, packen mal alles zusammen und stellen fest, dass die Raben auf der Hütte waren. Die Regenhülle von Andys Rucksack wurde konfisziert. Scheiße.

Bremsbeläge prüfen, Reifendruck und pffff. Tja, manchmal sollte man die Finger davon lassen. Etwas Frühsport schadet eh nicht, schließlich ist es eh saukalt und so pumpe ich meinen Reifen wieder brav auf und dann geht´s auch schon los mal rauf auf den Kamm.

Mittlerweile ist der Himmel strahlend blau, die Temperaturen beginnen auch zu steigen, nur die Füße sind sauschwer. Woran dass wohl liegt?

Am Weg von der Laverella-Hütte rauf auf das Limojoch passieren wir die Faneshütte auf einer italienischen Forststraße. Italienisch bedeutet, grobe Steine und steil. Für unser Expeditionsfahrzeug ideale Bedingung, für mich eher nicht, vor allem nicht nach diesem Frühstück. Am Anfang noch fröhlich in den Pedalen, dann jedoch mal zur Sicherheit schiebend, wer weiß, was heute noch so alles auf mich zukommt.

Am Limojoch angekommen, empfängt uns eine Herde Kühe und eine wunderbare Aussicht. Gratsch, gratsch, eine Kuh versucht sich gerade eine Pet-Flasche einzuverleiben und Andy zieht ihr diese aus dem Maul. So. Die gute Tat des Tages ist auch vollbracht und so rollen wir die Forststraße auf der anderen Seite des Limojochs über die Großfanesalm nach unten bis zur nächsten Wegkreuzung. Jacqueline ist heute eindeutig besser drauf und sie schickt uns gleich mal rechts in das wunderschöne  ist heute eindeutig besser drauf und sie schickt uns gleich mal rechts in das wunderschöne Fanestal mit einer Menge Italienern über den Passo Tadega zum Col de Locia einem grandiosen Aussichtspunkt und Start eines Hammertrails zur Capanna Alpina.

Am Horizont sehen wir von hier schon das riesige Almengebiet vom Refugio Bioch, welches als Nächstes zu überwinden ist.

Aber jetzt mal rein in diesen felsigen Trail. Die Einfahrt ist schon recht sportlich mit großen Felsstufen, einer Menge Wanderern, die alle völlig platt sind, dass wir hier runter fahren. Jedoch, alles superfreundlich und raus mit der Kamera, Foto, Foto und “che corragio” rufend – welcher Mut. Andy springt vor mir von Fels zu Fels und ich hinten nach, volle Konzentration und dann, bimmel, brumm, bimmel, brumm – vergessen das Handy auszuschalten – rumort mein Rucksack. So, die Konzentration ist im Arsch und der Mut ist ein Vogerl. Somit mal 2 kurze Passagen geschoben und dann wieder aufsitzen und runterholpern ins Tal.

Andy ist natürlich alles gefahren und hat einen Grinser im Gesicht, der zwar nicht fotogen ist, aber auf allen Fall die Freude über den Trail ausdrückt. Jetzt gibt´s Kaffee und Kuchen und wir sitzen mit ausgestreckten Füßen in der Sonne und reüssieren den bisherigen Tagesverlauf, der schon allerlei Stückerl gespielt hat. Technisch war dies sicherlich der anspruchsvollste Trail der ganzen 5 Tage, obwohl noch einige Sahnestücke auf uns zukommen.

Nun rollen wir weiter in Richtung St. Kassian und checken wieder bei der Seilbahn ein welche uns in Kürze auf den Piz Sorega auf 2003m bringt. Auch hier reger Wanderverkehr mit Kinderwagen, Großmutter und allerlei Verwandtschaft. Das Panorama atemberaubend, kaum zu glauben aber noch besser als eben vorhin im Fanestal. Die grandiosen Dolomitenfelsen von Sassongher, Sella, Marmolada, Col di Lana und Kreuzkofel präsentiert sich vor unseren Augen unter strahlend blauem Himmel. Morgen werden wir die Marmolada noch viel näher haben.

Weiter geht´s über die Pralongia-Hütte bergab auf Schotter zum Passo Incisa auf einem tollen Flowtrail zum Passo Campolongo. Der Flowtrail wäre was zum Heizen, aber vorsichtig, hier sind doch etliche Wanderer am Weg und somit genießen wir die Abfahrt im gemächlichem Tempo. Vom Passo Campolongo geht´s dann gleich wieder rechts rein in einen steilen Trail runter nach Arabba wo wir dann um 1500 unseren ersten wohlverdienten Radler auf der Terrasse unserer Unterkunft Albergo Pordoi genießen.

Morgen steht Großes bevor, deshalb mal das Bike durchchecken, Bremsbeläge einkaufen und einen Regenschutz für Andys Rucksack, da der Wetterbericht für die beiden letzten Tage wieder allerhand Wasser im Programm hat. Beläge sind lagernd, ich tausche meine mal aus und dann ab unter die Dusche.

Das Restauraunt ist bumsvoll, freundliche Bedienung und die Portionen eher für Menschen gedacht die keine Seilbahnen benutzen. Ich bestelle als Vorspeise Spaghetti Carbonara, hätte für 2 gereicht und im Anschluss noch eine Pizza. Unmöglich aufzuessen. Schade.

Nach Abschluss mit Averna und Espresso erkunden wir noch den Ort, was ob der Größe in wenigen Minuten vorbei ist und gehen früh zu Bett um am nächsten Morgen mit der ersten Gondel auf den Porta Vescovo (Tor des Bischofs) rauf zu fahren.

 

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