Dolomiti Freeride Transalp Tag 3 Arabba-Alleghe

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Von Arabba nach Alleghe

Früh morgens klingelt uns der Wecker aus dem Bett. Vorhang auf. Wow. Die Sonne lacht vom Himmel, das Tor des Bischofs wartet auf uns. Vorher noch Frühstück. Nicht zu viel, gestern ging´s doch gleich mal zackig bergauf.

Beim Abendessen am Vortag noch nette Australier kennengelernt, die schon des Öfteren zum Rennradfahren nach Südtirol gekommen sind. Heute noch etwas Small Talk und rüber zur Gondel. 2 Wanderer warten vor uns ansonsten stehen wir hier ganz allein. Nach und nach kommen noch ein paar Biker, die auch schon alle raufwollen auf den Berg. Eine kleine Gruppe von 3 Personen aus Deutschland fahren die gleiche Strecke wie wir. Bruneck – Agordo.

Die Aussicht ist grandios und wir verlassen die Seilbahn am Porta Vescovo auf 2478 m und gegenüber in aller Pracht liegt der Gletscher der Marmolada zum Greifen nahe. Gestern hatten wir schon das Panorama schlecht hin, aber heute, das ist noch viel besser!

Noch ein kurzer Check und aufsitzen, ein paar hm rauf kurbeln und dann geht´s in einer Trailorgie dahin immer entlang der Höhenlinie mit Blick auf die Marmolada und den Fedaisee welcher am Talgrund türkisgrün schillernd. Scheinbar ewig kurven wir den Trail entlang, der sich an die Flanke des Berges schmiegt und steil in der Wiese abfällt. Teilweise etwas ausgesetzt und mit ein paar Herzschlägen mehr cruisen wir zum Rifugio Padon. Jacqueline ist heute gut drauf und weist uns den richtigen Weg. Deshalb wichtig, da ca. 2-3 Kehren unterhalb des Rifugio Padon beim Landeplatz für den Helikopter ein Wiesenweg abzweigt, welcher auf der Karte nicht eingezeichnet ist. Eine kurze Schiebepassage bergauf und schon geht´s wieder weiter im Flow zum Passo Crepe Rosse. Hier mitten am Grad eine Wegkreuzung und jetzt steil bergab aber gut fahrbar da staubtrocken zur Malga Laste und weiter auf Schotter zum kleinen Dorf namens Ronch.

Was jetzt für uns bereitsteht, ist wieder einmal grandiose Landschaft, ein Flowtrail vom Feinsten runter nach Caprile wo wir kurz vor Mittag ankommen. Wir kommen aus dem Schwärmen nicht mehr raus, unser Kleinhirn ist etwas überbeindruckt aufgrund der vielen Bilder und Erlebnisse auf mehr als 1500 tm Singletrail. Und, das war noch nicht alles!

Von Caprile nach Pescul leider Straße

Aber jetzt ist wieder strampeln angesagt. In Caprile (1023 m) ist es deftig warm und wir steigen mal in die Eisen und strampeln die Straße in Richtung Pescul hinauf. Tunnel ohne Beleuchtung lassen den Puls leicht in die Höhe schnellen. Die Landschaft ist wunderschön, der Verkehr hält sich in Grenzen und das Wasser geht langsam der Neige zu. In Selva die Cadore (1350 m) werden wieder alle Speicher aufgefüllt und es geht gemütlich weiter nach Pescul wo schon der Sessellift auf uns wartet.

Wohl etwas zu gemütlich gefahren, genau 10 Minuten zu spät beim Lift. Mittagspause. Egal, nach kurzer Suche eines Gasthauses stellen wir fest, dass die Bar beim Sessellift doch geöffnet hat. Mit 3 netten Eingeborenen, welche augenscheinlich schon etwas länger in Ihr Bierglas geschaut haben, haben wir eine Menge Spaß, genießen unser Panini und den wohlverdienten Radler bis uns die Dame vom Lift rauf auf den Gipfel des Monte Fertazza auf 2100m bringt.

Nochmals flowige 1100 tm

Immer noch beeindruckt von dem heute bereits erlebten Glauben wir nicht mehr an Steigerungen, werden jedoch rasch eines besseren belehrt. Wir radeln die paar Meter rauf zum Gipfel und hier bietet sich ein Wahnsinnsblick auf die riesige Felsmauer der Civetta, der Monte Pelmo, die Marmolada und Alleghe auf 1000 m gelegen am See.

Aber, keine Zeit. Schon geht´s weiter über blühende Almwiesen, eingelullt von so viel Flow und Schönheit gleiten wir dem Tal entgegen, bis sich der Trail urplötzlich beinahe senkrecht nach unten neigt und der Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen entschwindet. Zur Sicherheit steigen wir hier mal ab, da nach dem Steilstück der Trail mit 90 Grad links wegbiegt und geradeaus doch ein paar Hundert Meter freier Fall möglich sind. Aber was sich dann bietet, lädt zur Rückkehr ein. Ab hier ist der beste Trail der ganzen 5 Tage. Flow. Flow. Flow.

Am Col di Davagnin, dem Abzweig zum Lagusello-Trail geht es den Wald bergab zum fast verfallenen Dörfchen Fernazza. Dieser Trail ist am Anfang technisch, teilweise schwierig und wandelt sich nach vernichteten Tiefenmetern immer mehr zum Flowtrail vom Feinsten. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir heute bereits in einem Trailrausch sind, aber es flutscht einfach.

Ab Fernazza wird der Trail etwas breiter und führt in den kleinen Ort Coi. Hier sind etwa 200-300 m Asphalt zu überwinden um dann schon wieder in einen weiteren traumhaften Trail auf einem glatten steinigen Hohlweg in Richtung Coldemies um dann von Bauernhaus zu Bauernhaus und ein paar Stufen direkt vor unserem Hotel zu landen.

Tja. Das war ein Tag. Mehr als 2600 hm Singletrails, teils supertechnisch teils Megaflows. Einfach geil.

Nun um kurz vor 1600 genießen wir unseren Radler auf der Terrasse von Silvanos Bikehotel. Ein langer Biketag neigt sich dem Ende zu und jetzt mal ab auf´s Zimmer frisch machen, denn der Magen knurrt.

Die Küche bei Silvano ist perfekt. Nach dem Abendessen besprechen wir die Route für den nächsten Tag mit Silvano. Wir erhalten ein paar wertvolle Tipps und ändern die geplante Route da der Weg vom Monte Pellegrino nur ein Schotterweg ist, was uns definitiv nicht interessiert.

 

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