Dolomiti Freeride Transalp in 5 Tagen Alleghe-Rifugio Rosetta

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Tag 4 Alleghe – Rifugio Rosetta

Startzeit 0900 ist vereinbart mit Silvano. Vorher wird mal ausgiebig und äußerst lecker gefrühstückt. Also hier würden wir gerne noch ein paar Tage bleiben. Hier scheint alles perfekt zu sein, das Essen, die Trails, Silvano und letztlich die Copa Alleghe direkt vor der Haustür.

Aber, wir haben eine Aufgabe zu erfüllen. Freeride Transalp mit jeweils einem vollen Rucksack. Da war doch was. Das Bergsportgeschäft sperrt zu und die haben Megarabatte. Gestern Abend noch getestet, er passt rein! Deshalb gleich morgens um 0900 rein in das Geschäft und einkaufen. Der Typ scheint noch nicht so frisch zu sein wie wir “not open, 5 minutes” – na ja auch egal, waren halt italienische minutes.

Soderla, rein ins Auto und los geht´s. In Alleghe scheint noch die Sonne und je näher wir dem Passo Pelegrino kommen, desto düsterer wirds. Silvano hat uns gestern geraten die beiden Sessellifte zu nehmen um den langen Weg auf den Passo einzusparen. Am Lift kaum Leute und der Liftwart erklärt mit Händen und Füssen, was zu tun ist. OK. Niedersetzen, Bügel runter und jetzt bekomme ich mein Fahrrad auf den Schoß gesetzt. Cool.

Am Gipfel angekommen wieder mal ein mächtiges Panorama, welches heute jedoch mit noch mächtigeren dunklen Wolken ausgestattet ist, die uns zu einer raschen Weiterfahrt drängen. Der Wettergott hat Gewitter und Regen angesagt. Na das kennen wir ja schon zur Genüge und brauchen wir heute definitiv nicht.

Somit mal ein paar Höhenmeter raufgekurbelt, um dann etwas zu entspannt den ersten Trail zu versuchen. Handelt sich um Abschneider von der Forststraße und flutsch, hawidere Megamasn ghabt. Jetzt wäre ich beinahe einer italienischen Wandergruppe vor die Füße gefallen. Jetzt bin ich definitiv munter, der Trail ist jedoch bereits zu Ende und wir sind bereits wieder in der Zivilisation gelandet am Passo Valles.
Jetzt kommt der Part, wo Silvano meinte das machen wir in 20 Minuten. Ein kurzer Blick gegen Himmel und einstimmig sagen wir italienische Minuten. Da brauchen wir mindestens 40 Minuten, bis wir oben sind. Na dann mal alles ausziehen, Radl auf die Schulter und los geht´s. Wir sind nicht die einzigen Verrückten die hier ihr Radl Raufkoffern, treffen noch 2 einheimische Jungs mit der gleichen Idee.

Der Regen lässt auf sich warten, die Sonne zum Glück auch und somit schleppen wir uns nach oben. Andy ist in 25 Minuten oben, ich brauche 35 aber, das hat sich ausgezahlt. Wieder mal ein Panorama, auf dass dir die Spucke wegbleibt. Der Pale di San Martino mit seinen 1000m hohen Felswänden liegt direkt vor uns und wir sehen runter ins Val Venegia.

Noch ein kleines Fotoshooting mit einer blonden Prinzessin und Ihrem italienischem Opa der völlig entzückt ist von unser Leistung und unseren Plänen. Also, das muss man hervorheben. Egal wo wir gefahren sind, die sind alle begeistert von Mountainbikern.

Vor uns schlängelt sich ein Trail talwärts und ich rufe “Flow” und ratsch rein in die Eisen und ab die Post. Supergeil. Danke Silvano, war ein guter Tipp. Doch lange währt das Glück nicht und somit treten wir ein paar Höhenmeter rauf und dann geht´s wieder nach unten auf einem sehr schmalen eingegrabenen Weg. Aufpassen ist hier die Devise. Mit den großen Pedalen bleibst einfach leicht hängen auf solchen Wegen. Andy, wie immer um einiges flotter unterwegs und autsch, da fliegt er schon in die Wiese. Alles weich hier, deshalb aufsitzen und weiter gehts.

30 Minuten später landen wir auf der Militärstraße im Val Venegia. Hier ist der Teufel los. Touristenmassen schieben sich rauf und runter und wir mitten drin kurbeln nun mal einige Hundert Höhenmeter nach oben zur Baita Segantini. Ab jetzt ist auch Jacqueline wieder mit dabei, vorher hatten wir sie abgedreht, da wir ja einen anderen Weg genommen haben als ursprünglich geplant.
Endlich oben angekommen gelüstet es uns nach Kaffee und Kuchen. Keine Chance. Da geht´s zu wie in Obertauern bei der Rush Hour. Na dann, kurz umziehen und weiter geht´s. Nach San Martino di Castrozza haben wir noch ein paar flotte Flowtrails und jetzt lassen wir´s mal so richtig krachen.

Jetzt wird´s spannend. Nach den lieblichen Alm- und Wiesentrails kommen wir mit der Seilbahn auf 2700m. Reiner Fels. Ausstieg auf der Altipiano Rosetta und was sehen wir zuerst – ein riesiges Fahrverbotsschild für Fahrräder. Das Panorama soweit erkennbar atemberaubend. Bis jetzt hat´s der Wettergott gut gemeint und hier oben ziehen nur die Wolken vor unserer Nase hin und her. Kurz erkennen wir unser Tagesziel die Rifugio Rosetta ca. 100m unter uns.

Aufsitzen und runter. Der Weg ist geil. Schräge Felsplatten, Geröll einfach gut zu fahren zumal alles trocken ist. Wamm, nicht übermütig werden, in der Kurve mit dem Pedal hängen geblieben und gerade noch den Sturz vermieden. Puls auf 180, etwas runter vom Gas und gemütlich zur Hütte. Super Timing, 1500 Ankunft. Das Wetter hat uns zwar etwas Druck gemacht, jedoch blieben die vorhergesagten Gewitter auf unserer Route aus bzw. wir waren schon weg, als diese kamen.

Jetzt werden mal die nicht genommenen Pausen konsumiert. Heiße Schoko und Kuchen, und noch ein Kuchen, na einer geht noch. Herrlich. Duschen und dann eine kleine Außenrunde mit dem Fotoapparat.

Die Zeit vergeht wie im Fluge mit Radler und Weißbier und dann kommt auch schon das vorzügliche Essen auf den Tisch. Heute gibt´s Gulasch und Minestrone.

Nach 4 Tagen bin ich dann doch etwas müde und haue mich relativ bald aufs Ohr, denn morgen geht´s so richtig los.

 

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