Die Flowtrails vom Mondseeberg

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Nachdem das Hochwasser zumindest in unserer Gegend verschwunden ist und erstmals wieder die Sonne hervor blinzelt, ist es wieder an der Zeit einen vollen Tag Genussbiken auf Singletrails einzuleiten. Das Ziel, die Flowtrails am Mondseeberg. Unscheinbar, aber er hat es in sich. Der Plan, ca. 1500 hm und 60 km, mal schauen, was der Tag so bringt.

Nun mal rein mit den Rädern in unser Entschleunigungsfahrzeug, vorher nochmals kurz gecheckt ob genügend Bremsbeläge, Regenschutz eingepackt, ausreichend Flüssigkeit und Riegeln, der Wetterdienst quatscht schon wieder was von regionalen massiven Regen und Hagelschlägen.

Die Anfahrt ist schon mal ein Traum. Blauer Himmel, Blumenwiesen, soweit das Auge reicht, null Verkehr – na ja wir bewegen uns auf Güterwegen in Richtung Mondsee. Das erste Ziel ist die Erlachmühle bestens bekannt für das Holzofenbrot und die Jausenstation für danach.

Ziemlich genau um 1100 heißt es aufsitzen und mal gemütlich dem Bach entlang in Richtung Irrsee zu radeln. Das erste Etappenziel ist die „Schöne Aussicht“ ein alter Holzstadel am Mondseeberg. Die Auffahrt erfolgt in der prallen Sonne, meist auf Asphalt jedoch mit einer gemütlichen Steigung und einem wunderschönen Panorama. Vorbei an alten schön renovierten Bauernhöfen, Jausenstationen und dann ab auf die Forststraße mit Blick über den Irrsee.

Noch ist nicht viel zu erkennen von dem vielen Wasser der letzten Tage bis auf die Feuchtigkeit rundherum und Bäche wo wir bisher noch nie welche gesehen haben. Die „Schöne Aussicht“ macht Ihrem Namen alle Ehre und wir besprechen mal so die nächste Etappe. Der Mondseeberg ist ein riesiges Waldgebiet mit zwei Erhebungen, dem Kulmspitz und Radstadt. Von unserem Standort sieht man schön rüber auf das nächste Ziel, Radstadt.

Deshalb mal rein den Sattel und mal runter auf einem kurzen Trail zur Straße, um von dort rauf nach Radstadt zu fahren. Nach wenigen Augenblicken auf Asphalt geht´s schon wieder auf die Forststraße, die gleich mal eine knackige Steigung aufweist. Rechts biegt der Moonlaketrail weg, welcher uns später am Tag noch erfreuen wird. Aber zuerst mal treten. Überall rauscht das Wasser zu Tale und nach einer Absperrung mit Band kurven wir um die Ecke und „bist Du narrisch“ von der Straße sind nur noch 5 cm übrig, der Rest liegt im Graben. Hmmm, derlei Hindernisse sind für echte Biker natürlich kein Problem, deshalb mal das Rad in die eine Hand und mit der anderen vorsichtig haltend an Gestrüpp und Bäumen mal den Abgrund überwinden.

Nach ein paar Kurven geht´s auch schon rechts rauf nach Radstadt. Der Anstieg ist wiedermal etwas steiler, aber nicht lange und wir erreichen die Kapelle in Radstadt auf 995m. Von hier aus gibt es 4 Singletrails in unterschiedlicher Qualität und Anspruch und nach kurzer Pause und Wettercheck beschließen wir mal den Landauertrail runter zu düsen. Eigentlich wollten wir noch zur Hochalm und nach Oberwang, aber im Augenblick schaut´s eher nach Gewitter aus. Der Landauertrail ist einer der knackigsten Trails am Mondseeberg, und heute hat er´s in sich. Heftig ausgewaschen, teilweise fahren wir nach dem Motto „Der Bach ist der Weg“, aber geil! Von technischen Gustostückerln bis zu Passagen die einem das Wort Flowtrail aufzwingen. Teilweise ruppig, ausgewaschenen und verblockt. Ein sogenannter „All-Inclusive-Trail“.

Vor allem vernichtest Du etliche Höhenmeter, die wir je nach Wetter wieder rauf müssen. Unten angekommen, meint es der Wettergott wieder gut mit uns, somit Sattel wieder raus und raufradeln nach Stabau, um wieder nach Radstadt zu gelangen. Die Aussicht auf diesem Stück ist der Hammer. Das Gebirgspanorama mit dem Mondsee zu Füssen, keine Menschenseele weit und breit und warm ist es auch mal.

In Stabau packt mich dann der Wahnsinn. Zu viel Kondition heute, deshalb die Entscheidung wir fahren auf den Kulmspitz. 5% fahren, den Rest schieben bzw. tragen wir. Na ja, tragen muss ich eh üben für die Dolomitenwoche im Herbst. Auf neu deutsch heißt das dann scouten. Ich gehe schon mal etwas vor, denn soweit kann´s ja nicht sein, sind letztlich schon einige Höhenmeter auf der Straße raufgekurbelt. Schließlich, nach der letzten Tragepassage stehen wir vor dem Wegweiser am Grad. Rechts Kulmspitz 15 Minuten, links Radstadt 45 Minuten. Wir entscheiden für Radstadt und los geht´s. Der Trail ist hammergeil, rauf und runter und rauf und runter, immer am Grad entlang. Es lebe die verstellbare Sattelstütze!

Eine mystische Stimmung ist im Wald. Wunderschön. So gleiten wir auf Radstadt zu. Jetzt ist keine Zeit mehr für eine Pause, deshalb vorbei an der Kapelle rauf auf den Moonlaketrail unser Schmankerl für den heutigen Tag. Der obere Teil ist ziemlich feucht und rutschig, aber heute haben wir ja schon viel geübt. Neu für mich sind einige gebaute Sprünge hier am Trail. D.h., hier gibt es doch auch Menschen, wenn gleich wir die noch nie bzw. selten gesehen haben. Nach unten wird der Trail immer flowiger und nach Überqueren der Straße kommen wir in den Bärlauchtrail. Im Frühling ist dies der reine Wahnsinn. Du fegst in sanften Kurven einen handtuchbreiten Weg nach unten, welcher von links und rechts völlig zugewachsen ist.

Leider auch schon wieder vorbei und jetzt noch zwei technische Passagen und wir sind quasi schon wieder unten. Nun rollen wir zufrieden und entspannt nach Mondsee rein und suchen die Einfahrt in das Helenental. Nach ein paar misslungenen Versuchen geht´s rein in das Helenental in sanfter Steigung in Richtung Erlachmühle dem Ausgangspunkt unserer Tagestour. So ziemlich am Ende dann doch noch eine kleine Hochwasserüberraschung – Hangrutschung, Weg gesperrt – na super. Mal nachschauen, wie´s aussieht und wir sind letztlich doch Mountainbiker, somit rauf und drüber. Jetzt sind wir so richtig schmutzig, deshalb noch mal kurz rein in den Bach zur rituellen Waschung und dann ab in die Jausenstation.

Letztlich waren´s dann doch 7 Stunden, die wir unterwegs waren. Das Wetter hat mitgespielt und wir kommen wieder, um auch jene Trails zu fahren, welche wir heute nicht mehr geschafft haben.

Was ist das tolle am Mondseeberg?

  • Jede Menge Flowtrails.
  • Die Höhenmeter sind nicht auf einem Stück.
  • Endlose Möglichkeiten an Kombinationen.
  • Viele Jausenstationen.
  • Bombige Aussicht.
  • Keine bis kaum Menschen am Trail.
  • Kartenmaterial

Heute erlebte Flowtrails

  • Schöne Aussicht
  • Landauertrail
  • Moonlaketrail
  • Kulmspitztrail

Fotogalerie Mondseeberg

 

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Showing 7 comments
  • Gerald Weissengruber

    Tolle Homepage ! ….
    Da ich für meine Freundin auch immer auf der Suche nach flowigen Trails bin, aber eher aus der ruppigeren Seite komme, ist es immer wieder interessant, welche schönen Trails es vor unserer Haustüre gibt.
    Wir haben nun kommendes Wochenende vor, den Kreuzbergtrail zu fahren ( daher bin ich auch auf deine Homepage gestossen ). Und deine Beschreibung der Mondseebergtrails, dass sollte ich wohl vorab eher machen. Man(n) will ja nichts gleich übertreiben und meinem Mädel soll es ja auch Spass machen. Gibt es von euren Touren ( Kreuzbergtrail-Schwarzensee und Mondseebergtrails) GPS-Daten ? Wäre toll wenn Du mir hier eventuell weiterhelfen könntest.
    DANKE vorab & sg aus OÖ
    GERALD

    p.s: geiler Landy…. 😉

    • HariM
      HariM

      Hallo Gerald.
      GPS Daten habe ich leider keine. Den Kreuzsteintrail würde ich vorher mal alleine fahren der ist nach unten dann doch ziemlich anspruchsvoll. Über die Eisenau gibt´s einen netten Trail in Richtung Burgauklamm. Bevor du in die Klamm kommst geht´s rechts weg, da querst Du dann den Bach, netter Rastplatz und dann geht´s die Höhenlinie entlang. Raus kommst dann wo die Forststrassen vom Attersee, der Eisenau und vom Schwarzensee zusammen treffen.

      sg Hari

  • David Höftberger

    Hallo, die Tour hört sich echt sehr interessant an. Ich und ein Kollege wären am Wochenende in der Gegend und würden uns neben dem Hochplettspitz unter anderem diese Tour sehr gerne mal ansehen. Ich hätte jetzt per outdooractive versucht, die Tour lt. Beschreibung zu rekonstruieren, aber irgendwie verstehe ich die chronologische Abfolge (kann jetzt natürlich nur von der Karte her mich orientieren) der Schauplätze nicht wirklich. Ihr startet bei der Erlachmühle und dann Richtung Irrsee zur „Schönen Aussicht“. Aber die „Schöne Aussicht“ hätte ich gedacht ist doch am Mondseeberg (also eigentlich die komplett entgegengesetzte Richtung als zum Irrsee). Wahrscheinlich habe ich irgendwas falsch verstanden. Ich wäre sehr dankbar, wenn du mir hier weiterhelfen könntest.
    Lg David

    • HariM
      HariM

      Hallo David,
      von der Erlachmühle nehmen wir den Weg am Bach entlang in Richtung Irrsee. Jedoch überqueren wir bei der ersten Möglichkeit die Hauptstrasse und fahren auf den Mondseeberg bis nach der Jausenstation (linker Hand) ca. 2 Kehren später ein Bauernhof (rechter Hand) da geht rechts die Forststrasse weg. Die Schöne Aussicht ist eine Holzhütte (siehe Bild – Tannenweg). Einfach eine Karte mitnehmen. Der Mondseeberg hat noch viele tolle Flowtrails welche ich noch nicht beschrieben habe.
      Viel Spass.

  • David Höftberger

    Hallo, danke für die umgehende Rückmeldung und die Beschreibung. Ich werde wahrscheinlich nicht so viel Zeit haben und daher vorerst mal die von dir beschriebenen ausprobieren :-), einer baldigen Rückkehr bin ich aber sicher nicht abgeneigt. Da du die Gegen gut zu kennen scheinst hätte ich noch eine Frage. Weißt du zufällig, ob der Weg am Grad (Attersee-Ostufer) Brennerin (Salzberg) – Mahdlgupf – Schoberstein und dann runter nach Weißenbach fahrbar ist, oder ob der nur für Wandertouren geeignet ist? LG David

    • HariM
      HariM

      Ich bin den vor Ewigkeiten mal zu Fuss gegangen, dementsprechend auch die Erinnerung. Fahrbar ist immer relativ. Von oben ist eigentlich immer alles fahrbar 🙂

      • David Höftberger

        🙂 ja ist wohl wahr, danke trotzdem, werde diesbez. noch ein wenig recherchieren. LG David

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