Die Flowtrails rund um Mariapfarr

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Wetterbericht schaut im Vergleich zu hier auch gut aus.

Nun, das sind ja schon mal gute Aussichten. Der Landy ist voll gebunkert mit Ausrüstung für ein verlängertes Wochenende voller Flowtrails. Bikes, Schläuche, Bremsbeläge, Werkzeug, Bier, Verpflegung, Bier, Serbisches Cola und letztlich noch etwas Bier.

Der Gensgitschtrail. Ein Muss am Tag 1

Nach einer gemütlichen Anreise mit unserem Expeditionsfahrzeug erreichen wir unseren Lieblingsspot im Lungau. Hier inmitten von Mariapfarr auf einer ruhigen Waldlichtung ist die Heimat von Heinz Stohl, Urgestein im österreichischen Skihimmel als Trainer von Franz Klammer und all den anderen Wilden in den 70er. Im Augenblick der Race Champ auf den Trails rund um Mariapfarr. Aufgerüstet mit dem aktuellsten Scott E-Fully mit Boschmaschine fährt er uns mit seinen über 70 Jahren noch so was um die Ohren, aber davon später.

Entladen ist angesagt. Eine kleine Jause und die Gastgeber kommen schon über die Wiese und fragen „Bursch´n seit´s schon zu alt zum Biken, sitzt da herum beim Bier, des hätt´s früher ned gebn“ – na, dass können wir nicht auf uns sitzen lassen und somit geht´s gleich mal auf in Richtung unseres Lieblingstrails – dem Gensgitschtrail.

Das Wetter ist etwas durchwachsen, in Mariapfarr scheint die Sonne, jedoch drinnen in den Tälern schwappt die Front aus dem Norden über die Gipfel. Hilft nix. Gut anziehen, viel einpacken und los geht´s. Um die Ecke die erste Herausforderung steile Auffahrt mit dicken Wurzeln und wunderschönem rostigen Stacheldraht. Der Adrenalinlevel steigt, das Bier ist schon wieder draussen und im Hintergrund hören wir den Heinz rumoren in Bezug auf unser Wurzeltalent.

Dann fahren wir gemütlich weiter in das Lignitztal. Auch hier schieben wir ein paar nette Trailpassagen ein. Die weitere Fahrt in den Norden ersparen wir uns, denn mit jedem Meter wird´s kälter und feuchter. Die Sonne ist bereits seit langem nur noch am Talausgang zu erkennen. Jetzt geht´s mal steil nach oben zur Auffahrt auf den Gensgitsch. Ich kenne den Weg bereits und fahre langsam und in aller Ruhe nach oben, hingegen ein Teil unserer Truppe ordentlich in die Pedale steigt und mal zeigt wo die Kraft liegt. Na ja, die Letzten werden die Ersten sein – so steht´s geschrieben und so war´s dann auch. Eine kleine unscheinbare Abzweigung nach rechts war die Lösung und unsere Konditionsbolzen durften sich noch ein paar Höhenmeter austoben, hingegen Tom und ich den richtigen Weg zum Einstieg des Trails geniessen.

Letztes Jahr war der Trail extrem verwildert, viele umgestürzte Bäume durch den extremen Winter. Heuer siehts besser aus. Na dann mal, Kampfequipment angelegt, Foto vorher nachher, oje „Speicher voll“ und die zweite Karte vergessen. Nun, dann gibt´s eben heuer keine Bilder. Die ersten düsen bereits den Trail in Richtung Tal, alles wunderbar griffig, keine Bäume im Weg, immer wieder affengeil dieser Trail. Jetzt, etwas das Tempo rausnehmen, eng geht´s durch den Jungwald, ein paar Stufen und patsch fegt´s mich fast vom Radl. Hängengeblieben mit dem neuen Helm am überhängenden Baum. Weiter geht die wilde Jagd. Das nenn ich Flowtrail. Hochwald, Jungwald, Schrägfahrten, Stufen, Bachquerungen, einfach alles bis zum rostigen Stacheldraht der uns im steilsten Abschnitt mal auf 50m rechts der Wade entlang begleitet. Da sollte man keinen Fehler machen.

Alles Gut gegangen, ein kleiner technischer Defekt. Keine Stürze.

Jetzt mal was trockens anziehen und die Rückfahrt antreten von Hintergöriach nach Mariapfarr. Die nächste Etappe ist größtenteils Strasse, jedoch ohne Verkehr. Nur zum Ende erwartet uns noch ein besonderes Schmankerl. Das lassen wir nie aus, auch wenn wir noch so kaputt sind.

Johanna hat unsere Hütten bereits super eingeheizt. In Mariapfarr scheint natürlich wieder die Sonne und wir geniessen unser wohlverdientes Bier auf der Sonnenbank vor unserer Hütte. Jäh wird unsere Ruhe gestört, der Heinz kommt mit einem Affenzahn quer über die Wiese gedüst mit seinem neuen High-Tech-Spielzeug. Das aktuellste Scott Mountain E-Bike. Bist Du narrisch ein geiles Ding. So, Entspannung ist vorbei, jetzt probieren wir mal alle. Zuerst die Wiese und dann gleich der Trail hinterm Haus. Da ist eh gleich mal jeder Schwierigkeitsgrad zum Testen vorhanden. Wow. Cool. Abregeln bei 25km/h aber das Ding geht ab wenn Du richtig reintrittst. Super.

OK. Hunger. Semmerl bestellt bei der Johanna und dann geht´s zum Bauer nach Hintergöriach.

Resümee Tag 1:

  • Sicherlich der flowigste Trail in Mariapfarr mit ein paar technischen Passagen
  • Wenig bis kaum Spitzkehren
  • Keine Felsen nur Waldboden
  • Lange Anfahrt

 

Gensgitschtrail². Einmal geht´s noch. Tag 2

Der wilde Heinz hat uns einen neuen Trail verraten. Quasi in Falllinie runter vom Gensgitsch zum Einstieg wie wir Ihn bereits seit Jahren kennen. Aber vorher mal ausgiebig frühstücken, einheizen und den Semmerlservice der Johanna genießen.

Vom Norden drücken heute die Wolken und Schauer mehr rein als gestern, aber das hilft nichts. Somit aufsitzen und los geht´s in Richtung Göriachtal und dann eine scheinbar endlose Forststraße rauf auf den Gensgitsch. Tom scheint heute Probleme zu haben und so trennen uns vor dem letzten Aufstieg unsere Wege. Wolfgang begleitet Ihn heim nach Mariapfarr und ich fahre den anderen hinterher die bereits wieder Ihre gute Kondition raushängen lassen.

Je weiter es rauf und in Richtung Norden geht, desto feuchter wird´s. Immer wieder nieselt es leicht, was aufgrund des Anstieges jedoch ganz erfreulich ist. Am Weg nach oben treffe ich einige Waldarbeiter, ein kurzes freundliches Plauscherl und weiter geht´s pfauchend die letzten Kehren nach oben. Hier war ich bereits einmal, vor einigen Jahren, auch im Regen und der damalige Abschluß bietet heute noch reichlich Gesprächsstoff.

Angekommen auf der Alm bin ich mir jetzt nicht sicher wie´s weitergeht. Radl schultern und rauftragen, oder doch die Forststrasse noch weiterfahren. Die Kumpels sind nirgendwo zu sehen und ein kalter Wind bläst mir entgegen. Ich entschließe mich mal die einfachere Variante zu checken und nach ein paar Kurven sehe ich schon die Vorhut bananenkauend am Wegesrand stehen. Na dann, mal schnell was trockenes anziehen, eine winddichte Jacke und einen Riegel einwerfen und mal zu Fuss den Einstieg checken. Schaut gut aus. Dämpfer auf, Sitz rein und los geht´s. Der Einstieg ist noch sehr flowig, doch bereits nach der dritten Kehre wird´s rass. Na da hat der Heinz mal nicht übertrieben. Falllinie durch den Wald nach unten. Also mit feuchten V-brackes möchte ich das nicht fahren. Der Boden noch schön griffig obwohl jede Menge Kiefernadeln den Trail abdecken. Hier scheint kaum noch jemand unterwegs zu sein. Rauf hat´s lange gedauert, unten waren wir schnell. Wobei unten stimmt nicht ganz. Jetzt kommen wir ja erst zum Einstieg vom eigentlichen Gensgitschtrail und heute geht´s naturalmente noch besser als gestern. Wow. Wow. Wom. Voigas …

Johanna und Heinz haben wieder die Goldmedaille gewonnen in punkto Gastfreundschaft. Riesengrillerei aufgebaut unter dem Vordach Ihres Hauses. Leider ist es saukalt, aber das Essen und die Nachspeise wie immer der Wahnsinn. Somit heuer keine lange Sitzung im Freien, sondern ein schneller Abgang in die wohlige Wärme der Hütte.

Morgen wird´s spannend. Der Heinz hat mir so eine Monstermaschine organisiert bei seinem Lieblingsradlhändler Mr. Sampl aus St. Michael. Somit morgen bald aufstehen das neue Radl checken und schauen wie´s so läuft.

Resümee Tag 2:

  • Wer Falllinientrails liebt wird sich hier wohlfühlen
  • Anstrengende Auffahrt (für mich)

Mit Strom über die Granglitzalm zur Wildbachhütte. Tag 3

Heute leider keine Zeit für ausgiebiges Frühstück, muß mit dem Heinz zu seinem Kumpel Sampl nach St. Michael um das Scott E-Spark 710 abzuholen. Da stehen ja einige nette Bikes im Shop vom Sampl. Ein Allrad E-Bike und Karbongerätschaften, na da könnte man schon das eine oder andere gebrauchen. Aber, wir haben wenig Zeit. Nachdem wir versprochen haben nichts zu ruinieren und das Scott E-Spark mal ausgiebig zu testen wird das Gerät mal verladen und auf geht´s retour nach Mariapfarr.

Die Jungs stehen bereits in den Startlöchern und somit geht´s auch schon los. Das Timing ist schon mal das erste Problem welches es zu lösen gibt. Die Wurzel ist viel schneller am Hinterrad als sonst. Bergauf. Versteht sich.

Die ersten Anstiege mal ganz souverän mit viel blödem Gequatsche. Plötzlich der Heinz, „Komm wir fahren einen anderen Weg“ und los geht´s die steile Asphaltstrasse nach oben. Alles kein Problem. Im Eco-Mode geht´s zügig rauf und dann kommt das Kommando „Turbomode und Voigas„. Heinz fetzt in einen Trail der rechts rauf in den Wald geht, ich hinten nach, na ja wie geschrieben, die Wurzeln sind viel schneller am Hinterrad. Im Turbomode glüht das Ding bergauf, hawedäre. Nach einigen sportlichen Wurzelpassagen geht´s flach weiter im Wald und vor allem urschnell. Der Puls ist am Anschlag und ich düse mit gefühlten 20km/h einen Fichtenslalom durch den Wald im Versuch mich nicht abhängen zu lassen. Eine völlig neue Art zu biken. Geil.

Jetzt kommen wir wieder auf den Ursprungsweg der steil nach oben in Richtung Göriach geht. Aufgrund der Leistung unseres Sportgerätes waren wir trotz des Umweges deutlich schneller und somit noch ein paar Wurzeltestritte im Wald.

Angekommen in Göriach wird das Wetter immer ungemütlicher und wir radeln die steile Forststrasse Richtung Granglitzalm nach oben. Ich wieder im Eco-Modus, da leichte Panik ob die Batterie ausgeht nach unseren Turboeinsätzen und den doch ziemlich kühlen Temperaturen. Hab probiert das Ding mal ohne Unterstüzung zu fahren, ist möglich aber nicht empfehlenswert für Konditionswunder wie mich.

Nun aber weiter nach oben. Die schnelle Truppe ist wieder weit vorne und Heinz und ich begleiten den Tom der heute mit meinem Rad unterwegs ist, da seines gestern ausgefallen ist. Nach unendlich vielen Kehren versuche ich mal die Vorhut einzuholen und gebe mal Gas mit dem Teil. Checke mal alle Bereiche vom Eco-Mode bis zum Turbo-Mode. Es ist trotzdem anstrengend, nur das Tempo ist deutlich höher. D.h. ich fahre mit einer Geschwindigkeit zwischen 6 bis 9 km/h ziemlich steil bergauf und habe die Kumpels gleich mal eingeholt.

Bei der Wegkreuzung wo´s links zu den Granglitzalmen geht wird für den Tom ein schöner Hinweis hinterlassen, gleich die Abküzung zur Wildbachhütte zu nehmen. Wir fahren die längerere Route. Mittlerweile, schneegrieseln. Ja, ja, Ende Mai. Üblicherweise bleiben wir bei den Hütten immer stehen und warten zusammen, heute wetterbedingt abgesagt. Saukalt. Weiter gehts. Jetzt spielt das Scott wieder seine Stärken aus. Mit 27,5 Zoll und dem Gewicht düse ich den Waldweg in Richtung Wildbachhütte. Unterstützung ausgeschaltet, aber das Ding geht ab und die Gegenanstiege, welche ich ansonsten immer zu spüren bekomme, fallen mir heute gar nicht auf. Das Bike fetzt drüber und bei der Hütte mußte ich das erste mal die Bremsen bemühen.

Jetzt kommt der gemütliche Teil. Der Einkehrschwung. Drinnen ist es schön warm, Kaspressknödlsuppe, Cappuccino und Radler. Alles perfekt. Bis auf das Wetter. Der Schmäh rennt und alle haben sich wieder erholt, somit wir die Abfahrt anpacken können.

Zuerst geht´s noch ein paar Tiefenmeter die Forststrasse nach unten, aber dann kommt ein super Flowtrail durch den Wald mit vielen, vielen Zäunen. Das Bike ist nicht so spielerisch wie mein Fully, aber es liegt auf Linie. Das fräst sich richtig in den Weg rein. Die direkte Linie mußt nehmen. Der Heinz pfeift immer wieder an mir vorbei mit einem Höllentempo und viel Luft unter den Reifen. Ich eher vorsichtig, will das Teil ja im Ganzen wieder zurück bringen. Tja, und die Zäune, das ist jetzt Ganzkörpertraining. Habe das Bike sicher 15mal in die Höhe gestemmt und durch die Gatter getragen. Das spürt einer wie ich schon.

Zurück geht´s dann der Bahn entlang und auch da sind die Vorteile der 27,5 mit dem Eco-Mode spürbar. Mit ca. 20km/h ziehen Heinz und ich jetzt der Truppe auf und davon.

War ein geiler Tag. Ein super Erlebnis und E-Biken mit einem Fully eröffnet unendlich viele Möglichkeiten vor allem auch für Regionen wie dem Lungau wo keine Lifte wie in Saalbach oder anderen Destinationen vorhanden sind.

Fanningerwirt. Das wichtigste für den heutigen Abend. Gutes Essen.

Fazit:

Ein E-Bike Fully hat viele Vorteile und eröffnet auch untrainierten und älteren Menschen sich mit Freude im Gelände zu bewegen. Vor allem auch bei starken Leistungsunterschieden zwischen Paaren ergibt sich eine Ausgeglichenheit und die Reichweite ist um einiges größer.

Resümee Tag 3:

  • Flowiger Trail mit vielen Gattern
  • Anstrengende Auffahrt und lange Anfahrt
  • Super Natur und Einkehrmöglichkeit

Linktipps:

 

 

 

 

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